AKTUELLES

Was die Analyse [und die Übertragung] einrichtet, ist folgendes […]: Der Analytiker sagt zu dem, der gleich anfangen wird: Los, sagen Sie irgendetwas, es wird wunderbar sein. Er [der Analysant] ist es, den der Analytiker als Subjekt einsetzt, dem zu wissen unterstellt wird.“ 

[Den meisten ist nur die genau umgekehrte Formulierung Lacans vertraut: … der Analysant ist es, der den Analytiker…] 

(LACAN, Kehrseite der Psychoanalyse, 14.01.1970)

Donnerstag, 20. März 2025

ab 19.30 Uhr

„How Philosophy Changed Psychoanalysis. From Naïve Realism to Postmodernism“

Aner Govrin

Eine Veranstaltung der Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin (FLG) & der Lacan-Gruppe in Berlin (LaGiB)

Einführung: Arndt Himmelreich – Moderation: Stephanie von Hayek und Claudia Lemke – Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Thomas Vogt

Hybrid-Veranstaltung, Anmeldung: Daria Lebedeva, kontakt@freud-lacan-berlin.de

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

(an diesem Tag in unserer Psychoanalytischen Bibliothek Berlin, PSYBI, Geisbergstr. 29, 10777 Berlin-Schöneberg!)

Der Psychoanalytiker und Philosoph Prof. Aner Govrin (Bar-Ilan University) aus Tel Aviv stellt sein neuestes Buch „How Philosophy Changed Psychoanalysis“ (Routledge, 2024) vor. Er beschreibt die Auseinandersetzung zwischen Psychoanalyse und Philosophie als Faktor für die Entwicklung neuer psychoanalytischer Theorien in drei Bereichen: Wahrnehmung der Wahrheit, Entwicklungstheorien und Studium der psychoanalytischen Behandlung. 

Unkostenbeitrag: 10/5 € 

Samstag, 22. März 2025

11.00 Uhr bis 13.30 Uhr

„Working as a psychoanalyst in Israel – the current situation“

Aner Govrin

Eine Veranstaltung der Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin (FLG) & der Lacan-Gruppe in Berlin (LaGiB)

Einführung: Arndt Himmelreich – Moderation: Stephanie von Hayek und Claudia Lemke – Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Thomas Vogt

This lecture of Prof. Aner Govrin examines the unprecedented mobilization of Israel’s mental health community following October 7th. Mental health professionals and psychoanalysts left their private practices and families to support survivors from the southern kibbutzim, Nova festival survivors, families of hostages, bereaved families, and the wounded.

He will present a new psychoanalytic-based model developed for initial trauma intervention, specifically designed to address the unique needs of October 7th survivors.

The presentation will center on a clinical case study of a young woman whose fiancé was murdered in Hamas captivity.

Through this case, he will explore the complexities of mourning work when loss is compounded by extreme trauma and political violence.

The discussion will illustrate both the challenges and unique contributions of psychodynamic work in contexts of national crisis and collective trauma.

Ort: Art Gallery Susanne Rikus in den Heckmann Höfen

 (Oranienburger Str. 32, 10177 Berlin-Mitte)!

Nur vor Ort, vorherige Anmeldung erforderlich: Arndt Himmelreich, Arndt.Himmelreich@gmx.de

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Unkostenbeitrag: 10 €

Samstag, 3. Mai 2025

13.30 Uhr bis 16.45 Uhr

"Vom Wahn zu zweit zum Verbrechen zu zweit"

Geneviève Morel

(Reine Präsenz – Veranstaltung)

zuvor von 9-12 Uhr Gruppen-Supervision mit Geneviève Morel 

 von 12-13.30 Uhr Büfett & Austausch

© Susanne Rikus, Spirit of Berlin, 0.7  x 1 m, acrylic on canvas, 2011

Zu dem paranoischen Verbrechen der Papin Schwestern (LACAN) hier weiter unten bei der Einladung zu G. Morel am 9. Nov. 2024 noch viele verlinkte Texte & Zitate! Als PDF komplett zu lesende Bücher & Aufsätze insbesondere auch von Jean Allouch: zu Lacan, den Papin Schwestern, Freuds „junger Homosexuellen“, zum „Passage à l’acte“ – auch von Freud gegenüber letzterer, die er – so Lacan & Allouch – wie die Freudsche Sache selber „fallen (ge)lassen“ habe

Unsere „Lacan-Gruppe in Berlin“ (LaGiBhttps://LaGiB.de – seit 1988 – zeitweise auch unter dem Namen „Gruppe Köln-Paris“) lädt wieder herzlich ein zu einer Gruppen-Supervision & einem Vortrag (in deutscher Übersetzung) von Geneviève Morel:

(1) Gruppen-Supervision – geleitet von Geneviève Morel:

Samstag, 9 bis 12 Uhr

(2) Büfett-Empfang (Suppe, Salat, Wein…) & Austausch:

Samstag, ca. 12 Uhr bis ca. 13.30 Uhr

(3) Vortrag von Geneviève Morel:

Samstag, ca. 13.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr (Vortrag & Diskussion)

Nach dem Vortrag & der Diskussion – ab 17 Uhr: Live-Musik & Kunst: Vernissage von Susanne Rikus während des Gallery Weekend Berlin“ (open end)

Ort: „Art Gallery Susanne Rikus (https://www.art-gallery-susanne-rikus.com) in den Heckmann Höfen, Oranienburger Str. 32, 10117 Berlin-Mitte

(Passage links neben der „Neuen Synagoge“, die von der Oranienburger Str. zur Auguststr. führt – am Ende des 1. kleinen Hofes – schräg gegenüber der berühmten „Bonbonmacherei“)

Unkostenbeitrag:

Für die Gruppen-Supervision am Vormittag: 100 € (inklusive anschließendem Büfett & Vortrag – der Preis am Vormittag hängt noch etwas von der Zahl der Anmeldungen ab – der Beitrag dient dazu, Geneviève Morel die Flugkosten und die Kosten in Berlin erstatten zu können)

Für den Vortrag (inklusive Büfett) ein Unkostenbeitrag von 15 € (bzw. 10 € für Studenten etc. / bei Teilnahme ohne Büfett ab ca. 13.30 Uhr)

Anreise (ÖPNV):

Haltestelle „Oranienburger Str.“: S1/ S2/ S25/ S26; Tram M1, M5 [„Oranienburger Tor“: U6]

(die Heckmann Höfe sind nicht weit jeweils vom Bode-Museum/ Museumsinsel, Hackeschen Markt, Friedrichstraße, Hauptbahnhof entfernt)

Begleit-Programm:

Am Samstagnachmittag und -abend Vernissage von Susanne Rikus (mit Musik-Performance & auf Wunsch: Foto-Show zu Sardinien & Hawaii) in der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen

Abstract/ Argument zum Vortrag

Geneviève Morel: „Vom Wahn zu zweit zum Verbrechen zu zweit“

Als ich im November 2024 hierhergekommen bin, haben wir Verbrechen analysiert, die zu zweit begangen wurden, mit dem Ziel, ein sexuelles Verhältnis zu schreiben. Wir haben uns Gedanken über Frauen gemacht, die zu allem bereit sind, einschließlich zu töten oder sich zu Komplizinnen schrecklicher Taten zu machen, in der Hoffnung, ihrer Paarbeziehung eine absolute Beständigkeit zu verschaffen – das sexuelle Verhältnis zur Existenz zu bringen, nach Lacans Aphorismus.

Wir haben wie eine Abstufung im Grauen die Filme Der seidene Faden (Paul Thomas Anderson, USA/GB, 2017, Originaltitel: Phantom Thread ) und The Honeymoon Killers (Leonard Kastle, USA, 1970) untersucht, die zeigen, zu welchen todbringenden Extremen ein Liebeswille führen kann. Dann haben wir den [klinischen] Fall von Leila analysiert, die ihre Tochter einem Pädophilen geopfert hat in der Hoffnung, dass er mit ihr ein neues Kind  bekomme, um das perfekte Paar und die perfekte Familie zu gründen, von denen sie träumte.

Heute werden wir andere Arten von zu zweit begangenen Morden betrachten, die nicht unbedingt auf das Schreiben eines sexuellen Verhältnisses abzielen. Sie sind Werke von Geschwistern oder eines Gelegenheitspaares und sind schwierig zu begreifen, weil ihr Schlüsselelement sich oft unserer Vorstellungskraft entzieht, wie zum Beispiel das Verbrechen der Papin Schwestern. Diese jungen Dienstbotinnen haben ihre Arbeitgeberinnen, eine Mutter und ihre Tochter, in Le Mans im Jahr 1933 verstümmelt und ermordet.

Auch wenn Wahn nicht Verbrechen ist – wir werden den Unterschied darlegen, der wichtig ist – gewinnt die Aufklärung dieser undurchsichtigen Verbrechen durch ihre Verbindung mit psychiatrischen Entitäten wie der „Folie à deux“ (Wahn zu zweit) oder dem „Kakon“ („Böses, Schlechtes“).

Der Film Biester von Claude Chabrol gibt ein eindrucksvolles fiktionales Beispiel für eine Folie à deux.

Biester von Claude Chabrol (F 1995, Originaltitel La cérémonie), frei nach dem Roman Urteil in Stein von Ruth Rendell (1977, Originaltitel A Jugement in Stone, auf Französisch L’analphabète), der wiederum auf dem Verbrechen der Papin Schwestern beruht.

LINK zur Website von Geneviève Morel:

LINK zum neuesten Buch („Mörderinnen“) von Geneviève Morel:

TUEUSES – Du crime au féminin : clinique, faits divers et thrillers, éditions érès (Erscheinungsdatum: 12. Sept. 2024)

In ihrem Buch verbindet sie 11 klinische Vignetten mit 12 Filmen, über die sie auch bei uns in Berlin bei LaGiB schon sprach oder noch sprechen wird:

Zu den Filmen Phantom Thread (Der seidene Faden) & Les tueurs de la lune de miel (Honeymoon Killers) am 9. November 2024 in ihrem Vortrag Das sexuelle Verhältnis mittels eines Verbrechens zur Existenz bringen Zum Film La vérité sur Bébé Donge (Die Wahrheit über unsere Ehe von Henri Decoin) am 19. November 2022 im Vortrag Worte, die töten – Zu den Filmen La fille de Ryan (Ryans Tochter von David Lean) & Les proies (Die Verführten von Sofia Coppola) am 20. Mai 2023 im Vortrag Vom Mitleid zum Mord – Zum Film Agent secret (Sabotage von Alfred Hitchcock) am 9. Dezember 2023 im Vortrag Bruder und Schwester (Antigone…) – Zum Film Médée (Medea von Pier Paolo Pasolini) am 30. Oktober 2021 im Vortrag Medea (Euripides, Lacan, Pasolini) & die Klinik des Kindermords – Zum Film Voici le temps des assassins (Der Engel, der ein Teufel war von Julien Duvivier) am 21. Mai 2022 im Vortrag Mütter und Töchter: Mütterliches Über-Ich, Trennung – und wie Sich-Anklammern zum Muttermord führen kann – Zum Film Violette Nozière (Claude Chabrol) am 27. April 2024 in ihrem Vortrag Inzest oder erotomane Wahnvorstellungen? – Außerdem bespricht sie in ihrem Buch noch die Filme La cérémonie (Biester von Claude Chabrol), River of Grass (Kelly Reichardt), À perdre la raison (À perdre la raison – Unsere Kinder von Joachim Lafosse).

 

Bio- & Bibliographisches zu Geneviève Morel:

Geneviève Morel ist Psychoanalytikerin in Paris und Lille, Absolventin der École Normale Supérieure (ENS) in Paris, Agrégation in Mathematik, Lizenz in Philosophie, DESS und Doktorat für klinische Psychologie und Psychopathologie, Mitglied von CFAR (Center for Freudian Analysis and Research – London), Chef-Redakteurin der Zeitschrift « Savoirs et clinique » (Savoirs Clinique – érès).

Sie lehrt bei der Assoziation « Savoirs et clinique » (Association pour la formation permanente en psychanalyse) in Paris und Lille, deren Präsidentin sie ist. Sie ist auch Präsidentin des Collège de Psychanalystes d’ALEPH (Association pour l’Étude de la Psychanalyse et de son Histoire – CP Aleph) und co-moderiert (im Rahmen der Psychiatrie-Ausbildung) ein Seminar an der UHSA (Unité Hospitalière Spécialement Aménagée) von Seclin (CHRU – Centre Hospitalier Régional Universitaire von Lille). 

Sie ist Autorin von zahlreichen Artikeln und Büchern zur Psychoanalyse, zur Macht der Bilder, zu Suizid und Kriminalität, darunter sind u.a. diese beiden Bücher:

(1)  « Ambiguïtés sexuelles. Sexuation et psychose », Anthropos/ Economica (2000).

(2)  « La loi de la mère. Essai sur le sinthome sexuel », Anthropos/ Economica (2008).

Das 2. Buch wurde von Anna-Lisa Dieter ins Deutsche übersetzt:

„Das Gesetz der Mutter – Versuch über das sexuelle Sinthom“, Turia + Kant (2017)

LINK zu direkt lesbaren Texten in deutscher Sprache von Geneviève Morel:

= Liste von Links zu einer Reihe von Texten in deutscher Sprache von Geneviève Morel und auch ihrem (am 13. März 2018 verstorbenen) Mann, dem Psychoanalytiker Franz Kaltenbeck (der schon ab 1988/ 1989 mit unserer Lacan-Gruppe eng verbunden war – zu Leben & Werk: https://franz-kaltenbeck.fr/de), im Blog „Lacan entziffern“ von Rolf Nemitz 

Über eine kurze Rückmeldung/ Anmeldung würden wir uns sehr freuen!

Herzliche Grüße

Arndt Himmelreich, Berlin

(Arndt.Himmelreich@gmx.de; 0173-725 12 41 

Samstag, 9. Nov. 2024

13.30 Uhr bis 16.45 Uhr

„Das sexuelle Verhältnis mittels eines Verbrechens zur Existenz bringen"

Geneviève Morel

(Reine Präsenz – Veranstaltung)

zuvor von 9-12 Uhr Gruppen-Supervision mit Geneviève Morel 

 von 12-13.30 Uhr Büfett & Austausch

© Susanne Rikus, Spirit of Berlin, 1 x 1 m, transfer photo on acrylic glass, 2012

Zum Vortrag & zu dem paranoischen Verbrechen der Papin Schwestern (LACAN) hier unten noch viele verlinkte Texte & Zitate! Als PDF komplett zu lesende Bücher & Aufsätze insbesondere auch von Jean Allouch: zu Lacan, den Papin Schwestern, Freuds „junger Homosexuellen“, zum „Passage à l’acte“ – auch von Freud gegenüber letzterer, die er – so Lacan & Allouch – wie die Freudsche Sache selber „fallen (ge)lassen“ habe

Unsere „Lacan-Gruppe in Berlin“ (LaGiBhttps://LaGiB.de – seit 1988 – zeitweise auch unter dem Namen „Gruppe Köln-Paris“) lädt wieder herzlich ein zu einer Gruppen-Supervision & einem Vortrag (in deutscher Übersetzung) von Geneviève Morel:

(1) Gruppen-Supervision – geleitet von Geneviève Morel:

Samstag, 9 bis 12 Uhr

(2) Büfett-Empfang (Suppe, Salat, Wein…) & Austausch:

Samstag, ca. 12 Uhr bis ca. 13.30 Uhr

(3) Vortrag von Geneviève Morel:

Samstag, ca. 13.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr (Vortrag & Diskussion)

Nach dem Vortrag & der Diskussion – ab 17 Uhr: Live-Musik & Kunst: Vernissage von Susanne Rikus (open end)

Ort: „Art Gallery Susanne Rikus (https://www.art-gallery-susanne-rikus.com) in den Heckmann Höfen, Oranienburger Str. 32, 10117 Berlin-Mitte

(Passage links neben der „Neuen Synagoge“, die von der Oranienburger Str. zur Auguststr. führt – am Ende des 1. kleinen Hofes – schräg gegenüber der berühmten „Bonbonmacherei“)

Unkostenbeitrag:

Für die Gruppen-Supervision am Vormittag: 100 € (inklusive anschließendem Büfett & Vortrag – der Preis am Vormittag hängt noch etwas von der Zahl der Anmeldungen ab – der Beitrag dient dazu, Geneviève Morel die Flugkosten und die Kosten in Berlin erstatten zu können)

Für den Vortrag (inklusive Büfett) ein Unkostenbeitrag von 15 € (bzw. 10 € für Studenten etc. / bei Teilnahme ohne Büfett ab ca. 13.30 Uhr)

Anreise (ÖPNV):

Haltestelle „Oranienburger Str.“: S1/ S2/ S25/ S26; Tram M1, M5 [„Oranienburger Tor“: U6]

(die Heckmann Höfe sind nicht weit jeweils vom Bode-Museum/ Museumsinsel, Hackeschen Markt, Friedrichstraße, Hauptbahnhof entfernt)

Begleit-Programm:

Am Samstagnachmittag und -abend Vernissage von Susanne Rikus (mit Musik-Performance & auf Wunsch: Foto-Show zu Sardinien & Hawaii) in der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen

Abstract/ Argument zum Vortrag

Geneviève Morel: „Das sexuelle Verhältnis mittels eines Verbrechens zur Existenz bringen“

„In einer Liebesbegegnung strebt jeder danach, seine Verluste, Fehler und Unzulänglichkeiten aufzuheben, indem er sie mit denen des anderen gleichsetzt. Die Liebe ermöglicht die gegenseitige Idealisierung, wenigstens eine Zeit lang. Damit ein Paar „funktioniert“, ist ein weiterer Schritt nötig: Jeder der Partner muss zu einem Symptom für den anderen werden, in einer neuen Bedeutung dieses Begriffs, der nicht nur ein Problem bezeichnet, über das man sich beklagt (das kommt oft vor), sondern auch eine Stütze angesichts der Widrigkeiten des Lebens (vgl. J. Lacan, Das Seminar, Buch XXIII, 1975-1976, Das Sinthom).

Ausgehend von einigen Fällen werden wir zeigen, wie ein Verbrechen, das zu zweit begangen wird, eine ganz andere Bedeutung bekommt: Es sublimiert das Paar, lässt es als eine Entität existieren, wo zwei Individuen im Namen eines transzendenten Konzepts wie Begehren (le Désir), Liebe (l’Amour) oder Familie (la Famille) verschmelzen. Das Paar realisiert sich [als Paar] dann in einem oder mehreren passages à l’acte.

Ausgehend von zwei Filmen – Der seidene Faden (Originaltitel: Phantom Thread) von P. T. Anderson (USA/ GB, 2017) und The Honeymoon Killers von L. Kastle (USA, 1970) – sowie einem klinischen Fall werden wir diese These untersuchen.“

LINK zur Website von Geneviève Morel:

LINK zum neuesten Buch („Mörderinnen“) von Geneviève Morel:

TUEUSES – Du crime au féminin : clinique, faits divers et thrillers, éditions érès (Erscheinungsdatum: 12. Sept. 2024) 

In ihrem Buch verbindet sie 11 klinische Vignetten mit 12 Filmen, über die sie auch bei uns in Berlin bei LaGiB schon sprach oder noch sprechen wird:

Zu den Filmen Phantom Thread (Der seidene Faden) & Les tueurs de la lune de miel (Honeymoon Killers) am 9. November 2024 in ihrem Vortrag Das sexuelle Verhältnis mittels eines Verbrechens zur Existenz bringen Zum Film La vérité sur Bébé Donge (Die Wahrheit über unsere Ehe von Henri Decoin) am 19. November 2022 im Vortrag Worte, die töten – Zu den Filmen La fille de Ryan (Ryans Tochter von David Lean) & Les proies (Die Verführten von Sofia Coppola) am 20. Mai 2023 im Vortrag Vom Mitleid zum Mord – Zum Film Agent secret (Sabotage von Alfred Hitchcock) am 9. Dezember 2023 im Vortrag Bruder und Schwester (Antigone…) – Zum Film Médée (Medea von Pier Paolo Pasolini) am 30. Oktober 2021 im Vortrag Medea (Euripides, Lacan, Pasolini) & die Klinik des Kindermords – Zum Film Voici le temps des assassins (Der Engel, der ein Teufel war von Julien Duvivier) am 21. Mai 2022 im Vortrag Mütter und Töchter: Mütterliches Über-Ich, Trennung – und wie Sich-Anklammern zum Muttermord führen kann – Zum Film Violette Nozière (Claude Chabrol) am 27. April 2024 in ihrem Vortrag Inzest oder erotomane Wahnvorstellungen? – Außerdem bespricht sie in ihrem Buch noch die Filme La cérémonie (Biester von Claude Chabrol), River of Grass (Kelly Reichardt), À perdre la raison (À perdre la raison – Unsere Kinder von Joachim Lafosse).

 

Die Handlung des Films The Honeymoon Killers beruht auf der wahren Geschichte der „Lonely Hearts Killers“, die von 1947 bis 1949 zwanzig Menschen töteten (2006 gab es eine Neuverfilmung unter dem Titel „Lonely Hearts Killers“ durch Todd Robinson mit John Travolta & Salma Hayek als mordendem Paar).

„François Truffaut … bezeichnete den Thriller [The Honeymoon Killers, 1970] als einen seiner liebsten amerikanischen Filme.“ (Wikipedia)

„Der Spiegel schrieb 1990 anlässlich der deutschen Wiederaufführung: ‚Kein Krimi, sondern ein Liebesfilm; seine Bilder sind so hell, daß die Augen schmerzen; seine Personen geben das Geheimnis ihrer kranken Liebe nicht preis und verweigern sich jeder Deutung.‘“ (Wikipedia)

LINK zum Film „The Honeymoon Killers“ (in voller Länge bei Youtube)

LINK zu dem Film „Der seidene Faden“/ „Phantom Thread“ (deutscher Trailer mit zusätzlichen Clips – 5 min)

Film-Besprechung zu „Der seidene Faden“ von Johannes Binotto

 

Bio- & Bibliographisches zu Geneviève Morel:

Geneviève Morel ist Psychoanalytikerin in Paris und Lille, Absolventin der École Normale Supérieure (ENS) in Paris, Agrégation in Mathematik, Lizenz in Philosophie, DESS und Doktorat für klinische Psychologie und Psychopathologie, Mitglied von CFAR (Center for Freudian Analysis and Research – London), wissenschaftliche Beraterin der Zeitschrift « Savoirs et clinique » (Savoirs Clinique – érès).

Sie lehrt bei der Assoziation « Savoirs et clinique » (Association pour la formation permanente en psychanalyse) in Paris und Lille, deren Präsidentin sie ist. Sie ist auch Präsidentin des Collège de Psychanalystes d’ALEPH (Association pour l’Étude de la Psychanalyse et de son Histoire – CP Aleph) und co-moderiert (im Rahmen der Psychiatrie-Ausbildung) ein Seminar an der UHSA (Unité Hospitalière Spécialement Aménagée) von Seclin (CHRU – Centre Hospitalier Régional Universitaire von Lille). Sie ist Autorin von zahlreichen Artikeln und Büchern zur Psychoanalyse, zur Macht der Bilder, zu Suizid und Kriminalität, darunter sind u.a. diese beiden Bücher:

(1)  « Ambiguïtés sexuelles. Sexuation et psychose », Anthropos/ Economica (2000).

(2)  « La loi de la mère. Essai sur le sinthome sexuel », Anthropos/ Economica (2008).

Das 2. Buch wurde von Anna-Lisa Dieter ins Deutsche übersetzt:

„Das Gesetz der Mutter – Versuch über das sexuelle Sinthom“, Turia + Kant (2017)

LINK zu direkt lesbaren Texten in deutscher Sprache von Geneviève Morel:

= Liste von Links zu einer Reihe von Texten in deutscher Sprache von Geneviève Morel und auch ihrem (am 13. März 2018 verstorbenen) Mann, dem Psychoanalytiker Franz Kaltenbeck (der schon ab 1988/ 1989 mit unserer Lacan-Gruppe eng verbunden war – zu Leben & Werk: https://franz-kaltenbeck.fr/de), im Blog „Lacan entziffern“ von Rolf Nemitz

 

Zu dem paranoischen Verbrechen der Papin Schwestern (LACAN) hier jetzt viele verlinkte Texte & Zitate! Als PDF komplett zu lesende Bücher & Aufsätze insbesondere auch von Jean Allouch: zu Lacan, den Papin Schwestern, Freuds „junger Homosexuellen“, zum „Passage à l’acte“ – auch von Freud gegenüber letzterer, die er – so Lacan & Allouch – wie die Freudsche Sache selber „fallen (ge)lassen“ habe:

  • LACAN hat zum Thema von Geneviève Morels Vortrag bereits 1933 den Aufsatz Motifs du Crime Paranoïaque: Le Crime des Sœurs Papin geschrieben:

Die „Papin Schwestern“, Christine & Léa, Köchin und Dienstmädchen, ermorden (inzestuös/ siamesisch miteinander verbunden) am 2. Februar 1933 in Le Mans ihre Dienstherrin Léonie Lancelin und deren Tochter Geneviève. Christine befiehlt dabei ihrer jüngeren Schwester Léa der Dienstherrin bei lebendigem Leib die Augen auszureißen (so wie Christine es im Augen-Blick zuvor gerade mit deren Tochter Geneviève macht – der Pathologe widerspricht später Christine: sie habe nicht beide, sondern nur ein Auge ausgerissen).

LACAN: „Die abgenutztesten Haßmetaphern: ‚Ich werde ihm die Augen ausreißen [auskratzen]‘ erfahren hier ihre buchstäbliche Ausführung.“

– „Christines Äußerung ‚Ich glaube sehr wohl, daß ich in einem anderen Leben der Mann meiner Schwester [Léa] sein müßte‘“…

[Elfriede Jelinek („Die Ausgesperrten“): „Wenn wir beide einem Opfer die Finger ins Auge bohren, so sind wir dadurch fester verbunden, als es in der Ehe sein könnte.“ (Zitiert von Kobbé 1993)]

Léa Papin zu dem tödlichen Augen-Blick mit ihrer Dienstherrin:

Puis ma sœur m‘a crié d‘arracher les yeux de Mme Lancelin et je l’ai vue en train de les arracher elle-même à Mlle Lancelin. J’ai suivi l’example de ma sœur […]“

„J’ai arraché les yeux à Mme Lancelin après elle est tombée, sa tête avait heurté l‘armoire et j’ai vu ses yeux grands ouverts qui me regardaient. C’est alors que je lui ai mis les doigts dans les yeux et que je lui ai arrachés.“ (Die letzten anderthalb Sätze auch zitiert bei Kobbé 1993)

[„Dann hat meine Schwester mich angeschrien, ich solle Frau Lancelin die Augen herausreißen, und ich habe gesehen, wie sie selber gerade Fräulein Lancelin sie herausriss. Ich bin dem Beispiel meiner Schwester gefolgt…“

„Ich habe Fräulein Lancelin die Augen herausgerissen, nachdem sie gefallen war, ihr Kopf war gegen den Schrank geprallt und ich habe ihre weit geöffneten Augen gesehen, die mich anblickten. Da(her) war es, dass ich ihr die Finger in die Augen gesteckt habe und dass ich sie ihr herausgerissen habe.“]

Diese Aussagen der Papin Schwestern zitiert aus:

(das Buch von 1984 in vollständiger Fassung – am 16.08.2024 durch den Link oben allgemein online – als PDF – zugänglich gemacht von Richard G. Klein, New York)

[dieser Link von Richard G. Klein – beginnend mit „https://freud2lacan“ – kann ggfs. nicht direkt angeklickt werden, sondern muss dann kopiert und noch einmal eingesetzt werden]

Francis Dupré [Pseudonym für Jean Allouch – in Zusammenarbeit mit Erik Porge & Mayette Viltard]: La „solution“ du passage à l’acte. Le double crime des soeurs Papin. Toulouse 1984

Seit 2021 gibt es eine neue Ausgabe des Buches (weiterhin unter dem Namen „Francis Dupré“) mit dem neuen Vorwort von Jean Allouch: Les sœurs Papin étaient trois et n’ont jamais été „sœurs“ (hier die Verlags-Anzeige): https://www.editions-beauchesne.com/product_info.php?products_id=3241

•  https://www.jeanallouch.com/document/160/1983-Exorbitantes-soeurs-Papin

(Littoral 9; Juni 1983; 20 Seiten – von Jean Allouch gesammelte zeitgenössische Dokumente zu den Papin Schwestern)

(Mit 26 Links zu „Articles dans les journaux de l’époque“/ „magazines de l’époque“/ „Documents divers“ & „Chronologie“ & „Bibliographie“ (bis 2010))

Meurtrières monstrueuses, malades paranoïaques ou esclaves modernes ? Le double crime des sœurs Papin (par Gérard Ifker) – Criminocorpus

par spapin1932 – Publié 15 octobre 2016 – Mis à jour 16 octobre 2020

Dazu noch diese weiteren frei zugänglichen Aufsätze (bzw. Bücher):

(Auf 26 Seiten zu den Papin Schwestern, ihrem „Passage à l’acte“ & Lacan)

Geneviève Vialet-Bine & Aaron Coriat: Die Schwestern Papin – Folie à deux. In: texte. psychoanalyse, ästhetik, kulturkritik, H. 3/ 2001, S. 15–40 (franz. Original-Vorlage in: Juan-David Nasio: Les Grands Cas de Psychose. Paris 2000 – zuvor: Dies.: Les sœurs Papin ou la folie à deux, Séminaires psychanalytiques de Paris, Enseignement de 7 grands cas de psychanalyse, 1995)

Aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt von Ulrike Kadi & August Ruhs – sie selber haben den folgenden sehr lesenswerten Aufsatz geschrieben:

Ulrike Kadi & August Ruhs: Kein Zurückschrecken vor der Psychose. Jacques Lacan zum Wahn. In: Thomas Stompe (Hg.): Wahnanalysen, Berlin 2012, S. 105-122 (Kap. 7)

Sie gehen darin auch auf Lacans Aufsatz zu den „Papin Schwestern“ ein und greifen den Ansatz von Geneviève Morel auf:

„Geneviève Morel hat Lacans Ansatz, insofern er sich an der väterlich bestimmten Sprache orientiert, aufgenommen und weitergeführt (Morel 2007, 2008).

Sie bezieht sich auf eine Bemerkung Lacans in seinem Seminar V, in welcher er neben dem Gesetz des Vaters von einem Gesetz der Mutter spricht (Lacan 2006). Damit meint er, dass jene sprachlichen Ausdrücke, die früh an ein Kind gerichtet werden, unter Umständen sehr bestimmend, ja prägend werden können und in diesem Sinne gesetzesförmigen Charakter bekommen.

Ihre prägende Kraft verdanken sie der sprachlichen Entwicklungsstufe des Kindes: Sie werden konkret genommen, da die Fähigkeit, Metaphern zu verstehen, in den ersten Lebensjahren fehlt.

Morel hat bei Patient/-innen mit psychotischer Struktur regelmäßig solche wahnförmig funktionierenden Sätze von Mutterfiguren gefunden, deren oftmals aggressiver Inhalt im Rahmen von psychotischen Exazerbationen agiert wird. Morel erzählt etwa von einer Krankenschwester (Morel 2007), die ihre Kinder und mehrere Patient/-innen zu töten versucht, da sie ihre Existenz mit dem, von ihre konkretistisch aufgefassten mütterlichen Satz „Du hättest nicht leben sollen“ verbindet. Ihre Mutter hatte diesen Satz nach der sehr gefährlichen Geburt der Tochter immer wieder geäußert.“

Geneviève Vialet-Bine (online 2000/ 2001): Blessures secrètes (le crime des soeurs Papin) [Besprechung des Spielfilms Blessures secrètes (2000) von Jean-Pierre Denis über die Papin Schwestern – darin in Kurzform auch die Thesen aus ihrem hier oben erwähnten Aufsatz mit Aaron Coriat]

Ulrich Kobbé (1993): ›C’est du propre!‹ Der Fall der Schwestern Papin und ihrer Herrschaft. In: Helga Lohrmann (Hg.): Rätsel der Weiblichkeit, S. 74-87, [Privatdruck] Sammlung der Vorträge der Lacan-Tagung in Aachen – 23. und 24. Oktober 1993 – der „Deutsch-französische[n] Gruppe des Instituts des Freudschen Feldes“

[= unsere damalige Gruppe, aus der dann die „LaGiB-Lacan-Gruppe in Berlin“ wurde; auf S. 88-97: Arndt Himmelreich: Weiningers „Kokotte“ und die „Bisexualität“ in der Psychoanalyse]

Jean Allouch: Die Fehlbezeichnung passage à l’acte. In: texte. psychoanalyse, ästhetik, kulturkritik, H. 3/ 2001, S. 41–62 [auch zu Freuds junger Homosexuellen“ und zum „Passage à l’acte“ – auch von Freud ihr gegenüber – sehr lesenswert]

Anne Juranville: Die Frauen und die kriminelle passage à l’acte aus der Sicht der zeitgenössischen feministischen Literatur. In: texte. psychoanalyse, ästhetik, kulturkritik, H. 3/ 2001, S. 63–81

Dieter Nitzgen: Fallen(ge)lassen. In: RISS. Zeitschrift für Psychoanalyse, Freud, Lacan, H. 71 (2009/I), 41-56

Geneviève Morel: Das Symptom, das Phantasma und die Pathologien des Gesetzes. In: RISS. Zeitschrift für Psychoanalyse, Freud, Lacan, H. 65 (2007/I), 57-91

Georg Augusta: Die Verwerfung bei Freud und Lacan, Diss. Wien 2005

Tim Schmidt: »Ich kratz ihr die Augen aus« – Phantasmen einer Welt ohne den Anderen. Bildungsprozesstheoretische Lektüren nach Jacques Lacan. Diss. Hamburg 2010

(Épisode 2/2: L’énigme des soeurs siamoises – PODCAST u.a. mit Jean Allouch)

Jean Allouch: Du discord paranoïaque. In: Littoral, n° 3/4 (oct. 1982, p. 87-113), n° 5 (juin 1982, p. 109-124) et n° 6 (fév. 1983, p. 25-47). Wieder aufgenommen in: Ders.: Lettre pour lettre, S. 73-84.

[https://ecole-lacanienne.net/wp-content/uploads/2016/04/Littoral3-4.pdf = Littoral 3/4 : L’assertitude paranoïaque (Freier Download des kompletten Doppel-Hefts)]

[https://ecole-lacanienne.net/wp-content/uploads/2016/04/Littoral31-32.pdf = Revue du Littoral 31/32 : La connaissance paranoïaque (Freier Download des kompletten Doppel-Hefts)]

[https://ecole-lacanienne.net/wp-content/uploads/2016/04/Littoral37.pdf = Revue du Littoral 37 : Une folie d’après Lacan  (Freier Download des kompletten Hefts)]

[Alle Hefte dieser Serie von Littoral zum Download: https://ecole-lacanienne.net/en/bibliolacan/telecharger-sur-le-site-epel-2/]

Spanischsprachige Zeitschrift (ELP, Córdoba, Argentinien) Litoral Nº 15 (Oct. 1993): Saber de la locura – darin: Marta Olivera de Mattoni: Objeción a una locura maternal [zu den Papin Schwestern]; Hélyda Peretti: Las „bonnes“-„soeurs“ Christine y Léa Papin; Beiträge von Jean Allouch, Erik Porge u.a.]

Max Kohn (2004): La recherche de la vérité dans un crime: les sœurs Papin

François Danet & Sophie Ferrucci (20.12.2000): L’affaire Papin travestie

(Freier Download des gesamten Buches – 143 Seiten)

Rachel Edwards & Keith Reader: The Papin Sisters, Oxford (University Press) 2001

The Facts of the Case (1. Kapitel aus obigem Buch „The Papin Sisters“)

LINKS, um LACANs Aufsatz Motifs du Crime Paranoïaque: Le Crime des Sœurs Papin (1933) online lesen zu können:

(bilingual in Spalten & Tabellen: 1x franz. Original & 2x engl. Übers. –  mit Anm. zur Übers.)

[dieser und die folgenden Links von Richard G. Klein – beginnend mit „https://freud2lacan“ – können ggfs. nicht direkt angeklickt werden, sondern müssen dann kopiert und noch einmal eingesetzt werden]

(1x franz. Original & 1x engl. Übers. – mit Einleitung & mit Anm. zur Übers.; Jean Allouch (1983): Exorbitantes sœurs Papin – und noch zusätzlich (franz. & engl.): LACAN (1933): Le problème du style et la conception psychiatrique des formes paranoïaques de l’expérience)

(Original-Druck 1933 von Lacans Aufsatz zu den Papin Schwestern in der surrealistischen Zeitschrift „Minotaure“)

Deutsche Übersetzung: Jacques LACAN: Motive des paranoischen Verbrechens: das Verbrechen der Schwestern Papin. In: Jacques LACAN: Über die paranoische Psychose in ihren Beziehungen zur Persönlichkeit und Frühe Schriften über die Paranoia, Übers. v. Hans-Dieter Gondek, Wien 2002, S. 385-394 [Verlags-Anzeige: https://www.passagen.at/gesamtverzeichnis/philosophie/ueber-die-paranoische-psychose-in-ihren-beziehungen-zur-persoenlichkeit-und-fruehe-schriften-ueber-die-paranoia/]

Historisches (Bio/ Biblio/ Rezeption) zu den Papin Schwestern:

(Leidenschaftlicher zeitgenössischer Bericht in der deutschsprachigen Presse)

Christine and Lea Papin – And Other Studies in Crime by Neil Paton

(Zum Thema der „Papin Schwestern“ auf der Berlinale 2001: Spielfilm von Jean-Pierre Denis: LES BLESSURES ASSASSINES/ MÖRDERISCHE DIENSTMÄDCHEN & Dokumentarfilm von Claude Ventura: EN QUETE DES SŒURS PAPIN)

  •  https://youtu.be/eWhqo_5gpOU

    (Dokumentarfilm 2012 – 52 min – u.a. mit Jean Allouch)

    Patrick Schmitt & Pauline Verdu: L’horrible crime des sœurs Papins im Rahmen der Serie Des crimes presques parfaits – hier als englisch-sprachige Version (Gesprächspartner wie Allouch im franz. Original-Ton): Almost Perfect Crimes: The Papin Sisters

     

Über eine kurze Rückmeldung/ Anmeldung würden wir uns sehr freuen!

Herzliche Grüße

Arndt Himmelreich, Berlin

(Arndt.Himmelreich@gmx.de; 0173-725 12 41

 

Samstag, 16. März 2024

Live und via Zoom

13.00 Uhr bis 16.00 Uhr​

„The Evil Mind: Banal or Sadistic?“

Prof. Aner Govrin

Samstag, 27. April 2024
13.30 Uhr bis 16.45 Uhr

„Inzest oder erotomane Wahnvorstellungen?“

Geneviève Morel

Weitere Informationen zu beiden Vorträgen hier unten…

Samstag, 16. März 2024

„The Evil Mind: Banal or Sadistic?“

Vortrag des Psychoanalytikers Prof. Aner Govrin (Bar-Ilan University, Tel Aviv):

(Präsenz-Veranstaltung und online via Zoom)

© Picture (transfer technique): Susanne Rikus, Amazon, Horse & Tiger”, 2017, 1 x 1.2 m, photo & acrylic on canvas  motive: bronze equestrian statue by August Kiss, 1843 (in front of ‚Altes Museum‘, Berlin-Mitte)

https://www.art-gallery-susanne-rikus.com/

Veranstaltungsort: Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen (Berlin-Mitte) 

Unsere „Lacan-Gruppe in Berlin“ (LaGiB – https://LaGiB.de – seit 1988 – damals als „Gruppe Köln-Paris“) lädt wieder herzlich ein zum

Vortrag des Psychoanalytikers Prof. Aner Govrin (Bar-Ilan University, Tel Aviv)

                 Samstag, 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr

(Vortrag in englischer Sprache – Aner Govrin spricht ein sehr leicht verständliches Englisch und langsam & deutlich)

 

Aner Govrin hat zudem den Regisseur Yariv Mozer und dieser wiederum MGM angefragt, ob wir seinen Dokumentarfilm am Samstag-Vormittag in einem kleinen geschlossenen privaten Personenkreis uns ansehen können…

Und im Anschluss (ab 16 Uhr) ist die Galerie für uns alle offen…

Aner Govrin stellt die Beurteilung und Wahrnehmung des Bösen in Hannah Arendts Buch „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ der Beurteilung und Wahrnehmung gegenüber, die auch wieder ganz aktuell anhand des kürzlich entstandenen Dokumentarfilms „The Devil’s Confession. The lost Eichmann Tapes“ („Winner of five prizes at the Israeli Academy Awards”) durch die Original-Ton-Aufnahmen von Eichmann in den Jahren vor seinem Prozess in Jerusalem (sehr offenherzige Interviews mit dem SS-Mann Sassen) möglich ist.

Zum Film:

(1) https://www.nytimes.com/2022/07/04/world/middleeast/adolf-eichmann-documentary-israel.html

(2) https://www.gedenkstaettenforum.de/aktuelles/veranstaltungen/details/open-air-cinema-the-devils-confession-the-lost-eichmann-tapes

 

Ort: „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen, Oranienburger Str. 32, 10117 Berlin-Mitte

via Zoom

(und auch im Anschluss ab 16 Uhr gibt es dort noch für uns alle Zeit und Raum)

 

(Passage links neben der „Neuen Synagoge“, die von der Oranienburger Str. zur Auguststr. führt – am Ende des 1. kleinen Hofes – schräg gegenüber der berühmten „Bonbonmacherei“)

Unkostenbeitrag: Für den Vortrag ein Unkostenbeitrag von 10 € (bzw. 5 € für Studenten etc.)

 

 

 „The Evil Mind: Banal or Sadistic?“
Aner Govrin, Berlin, 16. März 2024

“Even though the term ‘evil’ is quite common, psychologists have avoided using empirical methods to deal with the subject. In the professional discourse, evil has been consistently viewed at best as an elusive topic and, at worst, a dangerous one and thus should not be, nor need it be, subject to psychological research. This lecture describes the perception of evil as a categorization judgment based on a prototype with extensive feedback loops and top-down influences. The central thesis suggests that the perception of evil consists of four salient features: Extreme asymmetry between victim and perpetrator; a specific perceived attitude of the perpetrator toward the victim’s vulnerability; the observer’s inability to understand the perpetrator’s perspective, and insuperable differences between the observer and perpetrator’s judgment following the incident which shake the observer no less than the event itself turned into a scientifically researched field of inquiry (Govrin, 2016, 2018, 2019).

The historical case of Hannah Arendt’s description of Eichmann will demonstrate the theory. Hannah Arendt, reporting Eichmann’s trial in Jerusalem, argued that rather than a bloodthirsty murderer motivated by anti-Semitic ideology, Eichmann showed himself to be a mediocre but ambitious civil servant whose evil can be described as ‘banal’. This has led to harsh criticism against her from many scholars and colleagues. A recent publication of Eichmann’s interview before his capture, where he expressed anti-semitic views, refuted Arendt’s view of Eichmann. It will be demonstrated that the local public outrage against Arendt’s analysis is related to breaking each of the four criteria of the perception of evil. She questioned the asymmetry between victim and perpetrator, accepted at face value the perpetrator’s denial of his hatred of the victim; entered the perpetrator’s mind, and presumed he showed a degree of guilt. This undermined the public perception of the evil of the Nazis which was largely based in identification with the victims and profound shock by their actions. That said, Arendt’s analysis contributed to our understanding of evil by pointing at a structural gap between the observer’s perception of the perpetrator and the perpetrator himself. Recognizing this will allow us to take due note of aspects of evil whose origins are in banality.”

Arendt, A. (1963). Eichmann in Jerusalem: A Report on the Banality of Evil, New York, NY: Viking.

Govrin, A. (2016). The psychology of evil, In: Mills, J. and Nasso, R. Ethics of Evil – Psychoanalytic Investigations, Ch. 3: 95- 134, London: Karnac.

Govrin A (2018). The cognition of severe moral failure: A novel approach to the perception of evil. Frontiers in Psychology – Theoretical and Philosophical Psychology,  9:557 (open access: https://doi.org/10.3389/fpsyg.2018.00557).

[Zusatz: More articles with open access: https://loop.frontiersin.org/people/110813/overview]

Govrin, A. (2018). The Cognition of Severe Moral Failure: A Novel Approach to the Perception of Evil, Frontiers in Psychology, 9:557

Govrin, A. (2019). Ethics and Attachment – How We Make Moral Judgments, London: Routledge.

Prof. Aner Govrin (Ph.D.) is a clinical psychologist and a psychoanalyst in private practice in Tel Aviv and on the faculty of The Department of Hermeneutics at Bar-Ilan University. He directs a doctoral academic program, „Psychoanalysis and Hermeneutics,“ for mental health workers. He is a member of the Tel Aviv Institute for Contemporary Psychoanalysis (TAICP) and The International Association of Relational Psychoanalysis and Psychotherapy. He developed a new moral psychology in which every moral judgment is based on an innate, universal, deep structure that appears uniformly in almost all moral judgments regardless of their content.

[Zusatz: Some of his books:]

Govrin, A. (2019). Ethics and Attachment – How We Make Moral Judgments. London: Routledge

Govrin, A. and Caspi, T. (Eds). (2023). The Routledge International Handbook of Psychoanalysis and Philosophy. London: Routledge.

Über eine kurze Rückmeldung/ Anmeldung würden wir uns sehr freuen!

Genauso wie zu der Einladung hier unten am 27. April zu Geneviève Morel… 

Herzliche Grüße

Arndt Himmelreich, Berlin

(Arndt.Himmelreich@gmx.de; 0173-725 12 41)

Samstag, 27. April 2024

(reine Präsenz-Veranstaltung)

„Inzest oder erotomane Wahnvorstellungen?“​​

Veranstaltungsort: Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen (Berlin-Mitte) 

Vortrag von & Austausch mit der Psychoanalytikerin Geneviève MOREL aus Paris und Lille & zuvor Gruppen-Supervision mit ihr

[mit einer klinischen Vignette und zu Chabrols Film „Violette Nozière“ mit Isabelle Huppert als „schöne Mörderin“ ihres Vaters]
(Vortrag in französischer Sprache – sowie Absatz für Absatz auch in deutscher Sprache – Geneviève Morel spricht auch deutsch)

Unsere „Lacan-Gruppe in Berlin“ (LaGiB – https://LaGiB.de – seit 1988 – damals als „Gruppe Köln-Paris“) lädt wieder herzlich ein zu einer Gruppen-Supervision & einem Vortrag (in deutscher Übersetzung) von Geneviève Morel:

(1)  Gruppen-Supervision – geleitet von Geneviève Morel:

Samstag, 9 bis 12 Uhr

(2)  Büfett-Empfang (Suppe, Salat, Wein…) & Austausch:

Samstag, ca. 12 Uhr bis ca. 13.30 Uhr

(3)  Vortrag von Geneviève Morel:

Samstag, ca. 13.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr (Vortrag & Diskussion)

Nach dem Vortrag & der Diskussion – ab 17 Uhr: Live-Musik & Kunst: Vernissage von Susanne Rikus während des „Gallery Weekend Berlin“ (26. bis 28. April 2024) (open end)

„Nach Freud ist die phantasmatische Beziehung des kleinen Mädchens zu seinem Vater „normal“ inzestuös (vgl. „Ein Kind wird geschlagen“ [Freud 1919]). In manchen Fällen jedoch – insbesondere in denen der Psychose – materialisiert sich die Beziehung der Tochter zum Vater in einem Wahn, in dem der Inzest sich an die Stelle der Abstammung setzt. Die Beziehung zum Vater wird dann durch die symbolische Ablehnung der Abstammung und einen erotomanen Ödipuskomplex gekennzeichnet. Ein solcher Wahn kann sich stützen auf die Kraft bestimmter dezent mehrdeutiger Sätze, wie: „Mein Vater behandelt mich nicht wie seine Tochter“. Dieser letzte Satz kann bedeuten, dass der Vater inzestuös ist („Er behandelt mich wie seine Frau“) oder dass er nicht der „wahre“ Vater ist („wahr“ im Sinne von „biologisch“) oder beides zugleich. Daher gilt: „Wenn er nicht mein Vater ist, dann ist alles möglich…“. Daraus kann für die Tochter eine erotomane Liebe entstehen („Er liebt mich“) oder gar ein passage à l’acte: der Mord am Vater als Vergeltung für den Inzest oder an der Mutter aus Eifersucht.

Diese Mehrdeutigkeiten strukturieren den Patrizid und den Versuch des Matrizids der Protagonistin des Films Violette Nozière (Claude Chabrol, F 1978), konstruiert um eine berühmte wahre Begebenheit der dreißiger Jahre in Frankreich, den wir zuerst analysieren werden.

Anschließend werden wir uns mit einem schwerwiegenden Mordversuch befassen, der von einer jungen Frau, Valérie L., an ihrer Mutter begangen wurde. Valérie ist durch künstliche Befruchtung entstanden. Für sie hat der Terminus „künstlich“ die väterliche Abstammung aufgehoben und den Inzest in das Zentrum ihres Wahns gerückt.

Es verkompliziert die Situation, dass man nicht vergessen darf, dass die Existenz eines Wahns über einen Inzest bei der Tochter nicht bedeutet, dass dieser nicht in Wirklichkeit begangen wurde.“


• LINK zur Website von Geneviève Morel: 

 

https://www.genevieve-morel-psychanalyste-psychotherapeute-paris-lille.fr

 

• LINK zum Film: 

Im Internet ist zurzeit der Hinweis zu finden, dass Chabrols FilmViolette Nozière“ auf Französisch mit englischen Untertiteln gesehen werden kann (https://www.cda.pl/video/875094929) (bitte noch prüfen, ob rechtlich erlaubt).

• LINK zur Einladung auf Facebook:

LaGiB Lacan-Gruppe in Berlin

Und vielleicht als Ergänzung noch diese Film-Kritik zu „Violette Nozière“:

„Kino: Claude Chabrols „Violette Nozière“: Bürgerlicher Mord – Ein historischer Kriminalfall“ – Von Hans C. Blumenberg – 16. Februar 1979 – DIE ZEIT Nr. 08/1979:

„Paul Eluard widmete der schönen Mörderin ein Gedicht, Aragon, Magritte und Simone de Beauvoir schlugen sich auf ihre Seite, doch das bürgerliche Frankreich forderte ihren Kopf. Das ganze Land nahm leidenschaftlich Anteil am Fall der 18jährigen Violette Nozière, die 1933 ihre Eltern vergiftete (die Mutter überlebte den Anschlag) und ein Jahr später zum Tode verurteilt wurde. War sie eine Heilige oder ein Monster, ein rebellierendes Opfer erstickender Verhältnisse oder eine skrupellose Giftmischerin?

Solche Kategorien aus der Boulevard-Presse interessieren Claude Chabrol in seiner Annäherung an eine historische Kriminalaffäre nicht einmal am Rande. Auch nach zwei Kino-Stunden bleiben die Geheimnisse der Violette Noziere gewahrt, behaupten sich die Widersprüche der Figur gegen eine raffinierte, mitunter verwirrende Enthüllungs-Dramaturgie, die schließlich doch nichts enthüllen will. Chabrol, dessen Personen schon immer dazu neigten, ihre Lebensumstände gewaltsam zu verändern, zeigt sich weniger denn je als Moralist. Die „Wahrheit“, die am Ende eines konventionellen Dokumentarspiels dem Betrachter offenkundig werden müßte, tritt hinter die Komplexität des Falles zurück.

So mysteriös, wie der Film beginnt – nachts schleicht sich Violette, in ein mondänes schwarzes Kleid gehüllt, aus dem Haus und wandert, scheinbar ziellos, durch die menschenleeren Straßen –, bleibt die Figur der Vater-Mörderin bis zum Schluß. Sie spielt viele Rollen – das brave Schulmädchen, – die leidenschaftliche Geliebte, die gehorsame Tochter, die altkluge femme fatale –, doch immer, wenn man meint, sie durchschaut zu haben, liefert Chabrol neue Indizien, wartet mit neuen Rückblenden auf (die auf geradezu höhnische Weise so aussehen wie Parodien auf Rückblenden: leicht überbelichtet und unscharf, damit auch jeder merkt, worum es geht), je länger der Film dauert, desto tiefer geraten Verhältnisse, die zunächst eindeutig erschienen (geht Violette wirklich auf den Strich, wurde sie wirklich von ihrem Stiefvater vergewaltigt?), ins Zwielicht.

Violette Nozière führt ein Doppelleben, das sie doppelt unglücklich macht. Mit keiner der Rollen, die sie anprobiert wie neue Kleider, kommt sie zurecht: Die Tochter leidet unter der Enge des kleinbürgerlichen Elternhauses („Ein ordentliches Mädchen riecht nach Seife“, befindet die Mutter), die Geliebte leidet unter der Indifferenz der Männer, die ihre romantischen Phantasien von einem schöneren Leben (mit einem Bugatti und Ausflügen ans Meer) brutal ausbeuten. Die Kontraste in der Existenz der Violette Nozière, die Chabrol mit harten Schnitten und Ellipsen demonstriert, sind durchaus mörderisch: Sie fordern einen Mord heraus, der aber auch nur wieder dumpfe Verzweiflung auslöst. Eine Katharsis findet nicht statt, selbst das Ende bleibt seltsam unspektakulär: In einem Epilog wird mitgeteilt, daß Violette Noziere nicht hingerichtet, sondern 1945 von de Gaulle begnadigt wurde. Sie heiratete und hatte fünf Kinder.

„Violette Nozière“ ist ein sehr kühler Film: kein Melodram, sondern ein Essay über die Unmöglichkeit, eine Figur zu erklären, nicht gerade ein französischer „Citizen Kane“, aber gewiß ein neuer Anfang in Chabrols krisenreicher Karriere. Seine Inszenierung kommt fast gänzlich ohne die Outriertheiten von Filmen wie „Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen“ (kein schlechter Titel übrigens auch für diesen Film) und „The Twist“ aus, konzentriert sich auf die minuziöse Beschreibung dumpfer Gemütlichkeit in einer vollgestopften Kleinbürgerwohnung und hastiger Lust im Stundenhotel – nur scheinbar zwei Welten, aber doch entfernt genug voneinander, daß Violette an ihnen zugrunde geht.

Nach Claude Gorettas „Die Spitzenklöpplerin“ und Patricia Moraz’ „Die Indianer sind noch fern“ spielt Frankreichs neuer Star Isabelle Huppert in „Violette Nozière“ ihre dritte Hauptrolle: den Haß und die Schmerzen eines kleinen Mädchens, das keines sein will, die Aggressionen und die Verwirrungen einer jugendlichen Halbwelt-Dame, die keinen Ansprüchen gerecht wird, ihren eigenen schon gar nicht. Vom Geheimnis dieser auf den ersten Blick so unscheinbaren Schauspielerin, die hier, wie in der „Spitzenklöpplerin“, ihre Kraft aus einer fast kindlichen Naivität bezieht, war Chabrol offenbar so fasziniert, daß er den glamourösen Star vieler großer Chabrol-Filme über die Umtriebe der reichen Bürger vergleichsweise lieblos behandelt: Stéphane Audran muß sich mit der Rolle der mürrischen, bigotten Mutter begnügen. Nicht zuletzt mit dieser Besetzung dokumentiert Chabrol seinen endgültigen Abschied von jener Welt, die zwei Jahrzehnte lang die seine war.“

Ort: „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen, Oranienburger Str. 32, 10117 Berlin-Mitte

(Passage links neben der „Neuen Synagoge“, die von der Oranienburger Str. zur Auguststr. führt – am Ende des 1. kleinen Hofes – schräg gegenüber der berühmten „Bonbonmacherei“)

Unkostenbeitrag:

Für die Gruppen-Supervision am Vormittag: 100 € (inklusive anschließendem Büfett & Vortrag – der Preis am Vormittag hängt noch etwas von der Zahl der Anmeldungen ab – der Beitrag dient dazu, Geneviève Morel die Flugkosten und die Kosten in Berlin erstatten zu können)

Für den Vortrag (inklusive Büfett) ein Unkostenbeitrag von 15 € (bzw. 10 € für Studenten etc. / bei Teilnahme ohne Büfett ab ca. 13.30 Uhr)

Anreise (ÖPNV):

Haltestelle „Oranienburger Str.“: S1/ S2/ S25/ S26; Tram M1, M5 [„Oranienburger Tor“: U6]

(die Heckmann Höfe sind nicht weit jeweils vom Bode-Museum/ Museumsinsel, Hackeschen Markt, Friedrichstraße, Hauptbahnhof entfernt)

Begleit-Programm:

Am Samstagnachmittag und -abend Vernissage von Susanne Rikus (mit Musik-Performance & auf Wunsch: Foto-Show zu Sardinien & Hawaii) in der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen

Bio- & Bibliographisches zu Geneviève Morel:

Geneviève Morel ist Psychoanalytikerin in Paris und Lille, Absolventin der École Normale Supérieure (ENS) in Paris, Agrégation in Mathematik, Lizenz in Philosophie, DESS und Doktorat für klinische Psychologie und Psychopathologie, Mitglied von CFAR (Center for Freudian Analysis and Research – London), wissenschaftliche Beraterin der Zeitschrift « Savoirs et clinique » (Savoirs Clinique – érès).

Sie lehrt bei der Assoziation « Savoirs et clinique » (Association pour la formation permanente en psychanalyse) in Paris und Lille, deren Präsidentin sie ist.

Sie ist auch Präsidentin des Collège de Psychanalystes d’ALEPH (Association pour l’Étude de la Psychanalyse et de son Histoire – CP Aleph) und co-moderiert (im Rahmen der Psychiatrie-Ausbildung) ein Seminar an der UHSA (Unité Hospitalière Spécialement Aménagée) von Seclin (CHRU – Centre Hospitalier Régional Universitaire von Lille).

Sie ist Autorin von zahlreichen Artikeln und Büchern zur Psychoanalyse, zur Macht der Bilder, zu Suizid und Kriminalität, darunter sind u.a. diese beiden Bücher:

(1) « Ambiguïtés sexuelles. Sexuation et psychose », Anthropos/ Economica (2000).

(2) « La loi de la mère. Essai sur le sinthome sexuel », Anthropos/ Economica (2008).

Das 2. Buch wurde von Anna-Lisa Dieter ins Deutsche übersetzt:

„Das Gesetz der Mutter – Versuch über das sexuelle Sinthom“, Turia + Kant (2017)

• als Verlags-LINK: https://www.turia.at/titel/morel.php

LINK zu direkt lesbaren Texten von G. Morel:

 

https://lacan-entziffern.de/?s=Morel

 

= Liste von Links zu einer Reihe von Texten in deutscher Sprache von Geneviève Morel und auch ihrem (am 13. März 2018 verstorbenen) Mann, dem Psychoanalytiker Franz Kaltenbeck (der schon ab 1988/ 1989 mit unserer Lacan-Gruppe eng verbunden war), im Blog „Lacan entziffern“ von Rolf Nemitz

Über eine kurze Rückmeldung/ Anmeldung würden wir uns sehr freuen!

Herzliche Grüße

Arndt Himmelreich, Berlin

(Arndt.Himmelreich@gmx.de; 0173-725 12 41)

Samstag, 9. Dezember 2023

(reine Präsenz-Veranstaltung)

„Bruder und Schwester“ [„Antigone“ von Sophokles, „Sabotage“ von Hitchcock & eine klinische Vignette]

Veranstaltungsort: Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen (Berlin-Mitte) 

Vortrag von & Austausch mit der Psychoanalytikerin Geneviève MOREL aus Paris und Lille & zuvor Gruppen-Supervision mit ihr

Unsere „Lacan-Gruppe in Berlin“ (LaGiB – https://LaGiB.de – seit 1988 – damals als „Gruppe Köln-Paris“) lädt wieder herzlich ein zu einer Gruppen-Supervision & einem Vortrag (in deutscher Übersetzung) von Geneviève Morel:

(1)  Gruppen-Supervision – geleitet von Geneviève Morel: Samstag, 9 bis 12 Uhr

(2)  Büfett-Empfang (Suppe, Salat, Wein…) & Austausch: Samstag, ca. 12 Uhr bis ca. 13.30 Uhr

(3)  Vortrag von Geneviève Morel: Samstag, ca. 13.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr (Vortrag & Diskussion)

Und im Anschluss: Kunst & Live-Musik – open end

„Bruder und Schwester“

 

In Antigone von Sophokles erklärt die Heldin, dass sie für ihren Bruder etwas vollbracht habe, was sie weder für ihren Mann noch für ihr Kind jemals getan hätte (dem königlichen Gesetz zu trotzen und so ihr Leben zu opfern, um einen ihrer Brüder zu begraben, der wegen Verrats an seinem Vaterland dazu verurteilt worden war, nicht bestattet werden zu dürfen. 

 

Wir werden Fälle analysieren, in denen ein Bruder sich als eine Schlüsselfigur für den Mord seiner Schwester an ihrem Partner erweist. 

 

Zuerst ausgehend von einem Film von Alfred Hitchcock, Sabotage, (GB 1936), im Französischen L’agent secret [Der Geheimagent], basierend auf dem Roman Der Geheimagent von Joseph Conrad, anschließend anhand des Falls einer Frau, die ich während ihrer Haft getroffen habe. 

 

In beiden Fällen handelt es sich um den kleinen behinderten Bruder, der der Gegenstand einer Mission war, die seine große Schwester seit der Kindheit übernommen hatte. Diese glaubte, von ihren Eltern zu dieser Mission beauftragt worden zu sein. 

 

Wir werden die Gründe des passage à l’acte untersuchen (der Partner hatte sich eines schweren Vergehens gegen diesen Bruder schuldig gemacht), wie auch die Umstände der Auslösung (déclenchement) des Mordes, in dem ein mentales Bild eine vorherrschende Rolle gespielt hat.

 

• LINK zur Website von Geneviève Morel: 

https://www.genevieve-morel-psychanalyste-psychotherapeute-paris-lille.fr/

 

 

ZEIT: Samstag, 9. Dezember 2023, ab 9 Uhr bzw. ab ca. 12 Uhr/ 13.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr (und im Anschluss: Kunst & Live-Musik – open end)

ORT: Oranienburger Str. 32, 10117 Berlin-Mitte

Praxis Arndt Himmelreich (NEUE Adresse zur Zeit von Corona) in den Räumen der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen

(Passage links neben der „Neuen Synagoge“, die von der Oranienburger Str. zur Auguststr. führt – am Ende des 1. kleinen Hofes – schräg gegenüber der berühmten „Bonbonmacherei“)

Unkostenbeitrag:

Für die Gruppen-Supervision am Vormittag: 100 € (inklusive anschließendes Büfett & Vortrag – der Preis am Vormittag hängt noch etwas von der Zahl der Anmeldungen ab – der Beitrag dient dazu, Geneviève Morel die Flugkosten und die Kosten in Berlin erstatten zu können)

Für den Vortrag (inklusive das Büfett) ein Unkostenbeitrag von 15 € (bzw. 10 € für Studenten etc. / bei Teilnahme ohne Büfett ab ca. 13.30 Uhr) 

Anreise (ÖPNV):

Haltestelle „Oranienburger Str.“: S1/ S2/ S25/ S26; Tram M1, M5 [„Oranienburger Tor“: U6]

(die Heckmann Höfe sind nicht weit jeweils vom Bode-Museum/ Museumsinsel, Hackeschen Markt, Friedrichstr., Hauptbahnhof entfernt)

Begleit-Programm:

Am Samstagnachmittag und -abend Kunst-Ausstellung von Susanne Rikus (mit Musik-Performance & Beamer-Show zu Sardinien & Hawaii) – am selben Ort in der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen

LINKS zu Susanne Rikus:

 

https://susannerikus.com

https://susannerikus.de

https://art-gallery-susanne-Rikus.com

https://www.artsy.net/artist/susanne-rikus/works-for-sale

 

Bild in dieser Einladung: Susanne Rikus, „The gap“, 2013, 

1.2 x 1.8 m, acrylic on canvas 

 

Bio- & Bibliographisches zu Geneviève MOREL:

Geneviève Morel ist Psychoanalytikerin in Paris und Lille, Absolventin der École Normale Supérieure (ENS) in Paris, Agrégation in Mathematik, Lizenz in Philosophie, DESS und Doktorat für klinische Psychologie und Psychopathologie, Mitglied von CFAR (Center for Freudian Analysis and Research – London), wissenschaftliche Beraterin der Zeitschrift « Savoirs et clinique » (Savoirs Clinique – érès).

Sie lehrt bei der Assoziation « Savoirs et clinique » (Association pour la formation permanente en psychanalyse) in Paris und Lille, deren Präsidentin sie ist.

Sie ist auch Präsidentin des Collège de Psychanalystes d’ALEPH (Association pour l’Étude de la Psychanalyse et de son Histoire – CP Aleph) und co-moderiert (im Rahmen der Psychiatrie-Ausbildung) ein Seminar an der UHSA (Unité Hospitalière Spécialement Aménagée) von Seclin (CHRU – Centre Hospitalier Régional Universitaire von Lille).

Sie ist Autorin von zahlreichen Artikeln und Büchern zur Psychoanalyse, zur Macht der Bilder, zu Suizid und Kriminalität, darunter sind u.a. diese beiden Bücher:

(1) « Ambiguïtés sexuelles. Sexuation et psychose », Anthropos/ Economica (2000).

(2) « La loi de la mère. Essai sur le sinthome sexuel », Anthropos/ Economica (2008).

Das 2. Buch wurde von Anna-Lisa Dieter ins Deutsche übersetzt:

„Das Gesetz der Mutter – Versuch über das sexuelle Sinthom“, Turia + Kant (2017)

• als Verlags-LINK: https://www.turia.at/titel/morel.php

LINK zu direkt lesbaren Texten von G. Morel:

 

• https://lacan-entziffern.de/?s=Morel

 

= Liste von Links zu einer Reihe von Texten in deutscher Sprache von Geneviève Morel und auch ihrem (am 13. März 2018 verstorbenen) Mann, dem Psychoanalytiker Franz Kaltenbeck (der schon ab 1988/ 1989 mit unserer Lacan-Gruppe eng verbunden war), im Blog „Lacan entziffern“ von Rolf Nemitz

Über eine kurze Rückmeldung/ Anmeldung würden wir uns sehr freuen!

Herzliche Grüße

Arndt Himmelreich, Berlin

(Arndt.Himmelreich@gmx.de; 0173-725 12 41)

Samstag, 20. Mai 2023

(reine Präsenz-Veranstaltung)

„Vom Mitleid zum Mord“
(Beispiele aus Filmen und Literatur sowie zwei klinische Vignetten)

Vortrag von & Austausch mit der Psychoanalytikerin Geneviève MOREL aus Paris und Lille & zuvor Gruppen-Supervision mit ihr

„Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen (Berlin-Mitte) 

Unsere „Lacan-Gruppe in Berlin“ (LaGiB – https://LaGiB.de – seit 1988 – damals als „Gruppe Köln-Paris“) lädt wieder herzlich ein zu einer Gruppen-Supervision & einem Vortrag (in deutscher Übersetzung) von Geneviève Morel:

(1)  Gruppen-Supervision – geleitet von Geneviève Morel: Samstag, 9 bis 12 Uhr

(2)  Büfett-Empfang (Suppe, Salat, Wein…) & Austausch: Samstag, ca. 12 Uhr bis ca. 13.30 Uhr

(3)  Vortrag von Geneviève Morel: Samstag, ca. 13.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr (Vortrag & Diskussion)

Und im Anschluss: Kunst & Live-Musik – open end

„Vom Mitleid zum Mord“

 

Man sagt von einem Verbrechen oft, dass es ohne Mitleid begangen wurde. 

 

Wenn eine Frau, die gerade ihren Partner nach einer langjährigen Beziehung getötet hat, uns anvertraut, dass sie ihn ausgewählt hatte, weil er bei ihrer ersten Begegnung Mitleid in ihr geweckt hatte, überrascht uns das und wirft einige Fragen auf.

 

In diesem Vortrag werde ich mich mit zwei inhaftierten Frauen befassen, mit denen ich mich unterhalten habe und die unter den beschriebenen Umständen getötet haben.

 

Für ein erstes Verständnis ihrer Fälle werden wir unsere Überlegungen ausgehend von drei Werken entfalten: 

 

• von einem Film, in dem das Mitleid zum Begehren führt: Ryans Tochter von David Lean (GB, 1970),

 

• von einem Film, in dem das Mitleid zum Begehren und dann zum Mord führt: Die Verführten von Sofia Coppola (USA, 2017)

 

• und schließlich von einem Roman: Ungeduld des Herzens von Stefan Zweig (1939 – auf Französisch mit dem bezeichnenden Titel La pitié dangereuse, auf Deutsch etwa: ‚Das gefährliche Mitleid‘), in dem das Mitleid mit einer verliebten Partnerin diese in den Selbstmord treibt.

 

Im Anschluss werde ich auf die beiden klinischen Fälle zurückkommen, die eine Gemeinsamkeit aufweisen.

 

Vor ihrer Begegnung mit ihrem Partner hatte jede der beiden Frauen auf tragische Weise ein wichtiges Liebesobjekt verloren (ihren Mann die eine, ihren Sohn die andere). 

 

Sie trauerten also noch, was ihre Beziehung zum neuen Partner verkomplizierte. 

 

Nun war dieser jedoch zunächst Objekt ihres Mitleids gewesen, bevor er geliebt wurde.

 

Wir werden anhand von Rousseaus Ausführungen über das Mitleid (Émile, 1762, Buch 4) und Lacans Theorie der Trauer (Seminar Die Angst, franz. S. 166, dt. S. 176 f.) zeigen, dass ihr Partner das Mittel geworden ist, ihre unerledigte Trauer zu bewältigen. 

 

Der Partner übernahm also die Ambivalenz, die voller an das verlorene Objekt gerichteter Vorwürfe war und die Trauer verhinderte. 

 

Im Fall dieser beiden Frauen hat sich diese hasserfüllte Ambivalenz schließlich in einem Mord verdichtet.

 

• LINK zur Website von Geneviève Morel: 

https://www.genevieve-morel-psychanalyste-psychotherapeute-paris-lille.fr/

• LINK zur Einladung auf Facebook:

https://www.facebook.com/events/3406182992986829

ZEIT: Samstag, 20. Mai 2023, ab 9 Uhr bzw. ab ca. 12 Uhr/ 13.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr (und im Anschluss: Kunst & Live-Musik – open end)

ORT: Oranienburger Str. 32, 10117 Berlin-Mitte

Praxis Arndt Himmelreich (NEUE Adresse zur Zeit von Corona) in den Räumen der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen

(Passage links neben der „Neuen Synagoge“, die von der Oranienburger Str. zur Auguststr. führt – am Ende des 1. kleinen Hofes – schräg gegenüber der berühmten „Bonbonmacherei“)

Unkostenbeitrag:

Für die Gruppen-Supervision am Vormittag: 100 € (inklusive anschließendes Büfett & Vortrag – Ermäßigung: 80 €/ 90 € – der Preis am Vormittag hängt noch etwas von der Zahl der Anmeldungen ab – der Beitrag dient dazu, Geneviève Morel die Flug- und Hotel-Kosten erstatten zu können)

Für den Vortrag (inklusive das Büfett) ein Unkostenbeitrag von 15 € (bzw. ein ermäßigter Satz für Studenten etc. / bei Teilnahme ohne Büfett ab ca. 13.30 Uhr) 

Anreise (ÖPNV):

Haltestelle „Oranienburger Str.“: S1/ S2/ S25/ S26; Tram M1, M5 [„Oranienburger Tor“: U6]

(die Heckmann Höfe sind nicht weit jeweils vom Bode-Museum/ Museumsinsel, Hackeschen Markt, Friedrichstr., Hauptbahnhof entfernt)

Begleit-Programm:

Am Samstagnachmittag und -abend Kunst-Ausstellung von Susanne Rikus (mit Musik-Performance & Beamer-Show zu Sardinien & Hawaii) – am selben Ort in der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen

LINKS zu Susanne Rikus:


https://susannerikus.com

https://susannerikus.de

https://art-gallery-susanne-Rikus.com

https://www.artsy.net/artist/susanne-rikus/works-for-sale

 

Bild in dieser Einladung: Susanne Rikus, „Duality meets oneness“, 2005 (acrylic on board) = https://www.artsy.net/artwork/susanne-rikus-duality-meets-oneness

 

Bio- & Bibliographisches zu Geneviève MOREL:

Geneviève Morel ist Psychoanalytikerin in Paris und Lille, Absolventin der École Normale Supérieure (ENS) in Paris, Agrégation in Mathematik, Lizenz in Philosophie, DESS und Doktorat für klinische Psychologie und Psychopathologie, Mitglied von CFAR (Center for Freudian Analysis and Research – London), wissenschaftliche Beraterin der Zeitschrift « Savoirs et clinique » (Savoirs Clinique – érès).

Sie lehrt bei der Assoziation « Savoirs et clinique » (Association pour la formation permanente en psychanalyse) in Paris und Lille, deren Präsidentin sie ist.

Sie ist auch Präsidentin des Collège de Psychanalystes d’ALEPH (Association pour l’Étude de la Psychanalyse et de son Histoire – CP Aleph) und co-moderiert (im Rahmen der Psychiatrie-Ausbildung) ein Seminar an der UHSA (Unité Hospitalière Spécialement Aménagée) von Seclin (CHRU – Centre Hospitalier Régional Universitaire von Lille).

Sie ist Autorin von zahlreichen Artikeln und Büchern zur Psychoanalyse, zur Macht der Bilder, zu Suizid und Kriminalität, darunter sind u.a. diese beiden Bücher:

(1) « Ambiguïtés sexuelles. Sexuation et psychose », Anthropos/ Economica (2000).

(2) « La loi de la mère. Essai sur le sinthome sexuel », Anthropos/ Economica (2008).

Das 2. Buch wurde von Anna-Lisa Dieter ins Deutsche übersetzt:

„Das Gesetz der Mutter – Versuch über das sexuelle Sinthom“, Turia + Kant (2017)

• als Verlags-LINK: https://www.turia.at/titel/morel.php

LINK zu direkt lesbaren Texten von G. Morel:

 

• https://lacan-entziffern.de/?s=Morel

 

= Liste von Links zu einer Reihe von Texten in deutscher Sprache von Geneviève Morel und auch ihrem (am 13. März 2018 verstorbenen) Mann, dem Psychoanalytiker Franz Kaltenbeck (der schon ab 1988/ 1989 mit unserer Lacan-Gruppe eng verbunden war), im Blog „Lacan entziffern“ von Rolf Nemitz

Über eine kurze Rückmeldung/ Anmeldung würden wir uns sehr freuen!

Herzliche Grüße

Arndt Himmelreich, Berlin

(Arndt.Himmelreich@gmx.de; 0173-725 12 41)

Samstag, 19. November 2022

„Worte, die töten“ (Beispiele aus Filmen und Literatur sowie zwei klinische Vignetten)

Vortrag von & Austausch mit der Psychoanalytikerin Geneviève MOREL aus Paris und Lille & zuvor Gruppen-Supervision mit ihr

„Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen (Berlin-Mitte) 

„Worte, die töten“ 

(ein Film-Beispiel & eine klinische Vignette)

TEIL 1: Verhöhnte Wahrheit und gebrochenes Versprechen: Bébé (im Film „Die Wahrheit über unsere Ehe“/ „La Vérité sur Bébé Donge“)

Was uns ausgehend von einem Film und einem klinischen Fall beschäftigen wird, ist der radikale Übergang vom Nicht-Ganz [pas-tout] der Wahrheit, entsprechend dem Nicht-Ganz/ Nicht-Alle der Frau, zum ‚passage à l’acte‘, der die Umkehrung dazu darstellt: Im Gegensatz zur Wahrheit hat er nur eine Seite, er löscht das Sprechen aus, bis dahin, den Urheber des Akts zu knebeln, der von der Bühne verschwindet, wie durch das Kasten-Loch [trou] des Souffleurs, sagt Lacan.

In den ‚Films noirs‘ ist die Verbrecherin eine perfekte Lügnerin, wenn Geld ihre Motivation ist, auch wenn die Liebe sie vorübergehend wanken lässt. Das ist der Fall der ‚femmes fatales‘ in Die Lady von Shanghai (The Lady from Shanghai), Die Spur des Falken (The Maltese Falcon), Solange ein Herz schlägt (Mildred Pierce) usw. Und das ist der Fall einer Film-Heldin, über die wir hier im Mai gesprochen haben, Gabrielle in Der Engel, der ein Teufel war (Voici le temps des assassins).

Aber das Verhältnis zur Lüge und zur Wahrheit klingt ganz anders bei den Frauen, die im Namen der Wahrheit der Liebe töten, wie Bébé in Die Wahrheit über unsere Ehe(La Vérité sur Bébé Donge – Henri Decoin, 1952 – nach dem gleichnamigen Roman von Georges Simenon).

Bébé ist ein Paradigma einer Beziehung einer Frau zur nicht-ganzen Wahrheit, das heißt einer Wahrheit, die nicht zur Gänze gesagt werden kann. Für sie verläuft die Dimension des Verrats, der verhöhnten Wahrheit, des Unerträglichen vor allem über die Worte. Auch wenn dies nicht ausschließlich bei Frauen auftritt, da es sich um eine Frage der Logik und nicht der Anatomie handelt, denke ich, dass diese Dimension besonders bei ihnen existiert.

TEIL 2: Das Messer-Wort: Inès (eine klinische Vignette)

Inès unterscheidet das „Schimpf-Wort“ [gros mot], das verletzt, von der Beleidigung, die benennt, stigmatisiert und tötet, wie sie sagt. Als sie durch beleidigende Worte getroffen wird, durch stigmatisierende Spitz-Namen, die an die Stelle der erhofften Liebe treten, tun ihr diese „großen Worte“ [grands mots] weh, und in ihrer Unfähigkeit, das rechte Wort zu finden, das sie von diesen verbalen Projektilen trennen könnte, antwortet sie mit dem Messer und tötet ihren Partner.

LINKS (1):

a) zum Film La Vérité sur Bébé Donge (franz.):

Der Film in voller Länge (1952; 2017 restauriert; 115 min; franz.):

https://archive.org/details/la-verite-sur-bebe-donge-henri-decoin-1952-danielle-darrieux-jean-gabin-drame

https://de.frwiki.wiki/wiki/La_V%C3%A9rit%C3%A9_sur_B%C3%A9b%C3%A9_Donge_(film) (Wiki; deutsch)

Bei Youtube kann man beim Zahnrad/ Einstellungen unter „Untertitel“ auf „Automatisch übersetzen -> Deutsch“ klicken:

https://www.youtube.com/watch?v=RuprRho8dG8&ab_channel=filmfra (2 ½ min; franz.)

https://www.youtube.com/watch?v=Uv9onRQFLOE&ab_channel=Entr%C3%A9elibre (3 ½ min; franz.)

https://youtu.be/zgeiuB89xPA (3 min; franz.)

b) Informationen zu dem gleichnamigen Roman von Georges Simenon:

https://de.frwiki.wiki/wiki/La_V%C3%A9rit%C3%A9_sur_B%C3%A9b%C3%A9_Donge (deutsch)

https://www.maigret.de/docs/article/georges_simenon_die_wahrheit_ueber_bebe_donge(deutsch)

c) Website von Geneviève Morel:

https://www.genevieve-morel-psychanalyste-psychotherapeute-paris-lille.fr/

d) Einladung auf Facebook:

https://www.facebook.com/events/386322663700281

ZEIT: Samstag, 19. November 2022, ab 9 Uhr bzw. ab ca. 12 Uhr/ 13.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr (und im Anschluss: Kunst & Live-Musik – open end)

ORT: Oranienburger Str. 32, 10117 Berlin-Mitte

Praxis Arndt Himmelreich (NEUE Adresse zur Zeit von Corona) in den Räumen der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen

(Passage links neben der „Neuen Synagoge“, die von der Oranienburger Str. zur Auguststr. führt – am Ende des 1. kleinen Hofes in dem ehemaligen „Fotostudio“ – schräg gegenüber der berühmten „Bonbonmacherei“)

Unkostenbeitrag:

Für die Gruppen-Supervision am Vormittag: 80 bis 100 € (inklusive anschließendes Büfett & Vortrag – der Preis am Vormittag hängt noch etwas von der Zahl der Anmeldungen ab – der Beitrag dient dazu, Geneviève Morel die Flug- und Hotel-Kosten erstatten zu können)

Für den Vortrag (inklusive das Büfett) ein Unkostenbeitrag von 15 € (bzw. ein ermäßigter Satz für Studenten etc. / bei Teilnahme ohne Büfett ab ca. 13.30 Uhr)

Anreise (ÖPNV):

Haltestelle „Oranienburger Str.“: S1/ S2/ S25/ S26; Tram M1, M5 [„Oranienburger Tor“: U6]

(die Heckmann Höfe sind nicht weit jeweils vom Bode-Museum/ Museumsinsel, Hackeschen Markt, Friedrichstr., Hauptbahnhof entfernt)

Begleit-Programm:

Am Samstagnachmittag und -abend Kunst-Ausstellung von Susanne Rikus (mit Musik-Performance & Beamer-Show zu Sardinien & Hawaii) – am selben Ort in der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen

LINKS (2):

https://susannerikus.com

https://susannerikus.de

https://art-gallery-susanne-Rikus.com

Bild in dieser Einladung: Susanne Rikus, „Future“, acrylic on canvas, 2022

Bio- & Bibliographisches zu Geneviève MOREL:

Geneviève Morel ist Psychoanalytikerin in Paris und Lille, Absolventin der École Normale Supérieure (ENS) in Paris, Agrégation in Mathematik, Lizenz in Philosophie, DESS und Doktorat für klinische Psychologie und Psychopathologie, Mitglied von CFAR (Center for Freudian Analysis and Research – London), wissenschaftliche Beraterin der Zeitschrift « Savoirs et clinique » (Savoirs Clinique – érès).

Sie lehrt bei der Assoziation « Savoirs et clinique » (Association pour la formation permanente en psychanalyse) in Paris und Lille, deren Präsidentin sie ist.

Sie ist auch Präsidentin des Collège de Psychanalystes d’ALEPH (Association pour l’Étude de la Psychanalyse et de son Histoire – CP Aleph) und co-moderiert (im Rahmen der Psychiatrie-Ausbildung) ein Seminar an der UHSA (Unité Hospitalière Spécialement Aménagée) von Seclin (CHRU – Centre Hospitalier Régional Universitaire von Lille).

Sie ist Autorin von zahlreichen Artikeln und Büchern zur Psychoanalyse, zur Macht der Bilder, zu Suizid und Kriminalität, darunter sind u.a. diese beiden Bücher:

(1) « Ambiguïtés sexuelles. Sexuation et psychose », Anthropos/ Economica (2000).

(2) « La loi de la mère. Essai sur le sinthome sexuel », Anthropos/ Economica (2008).

Das 2. Buch wurde von Anna-Lisa Dieter ins Deutsche übersetzt:

„Das Gesetz der Mutter – Versuch über das sexuelle Sinthom“, Turia + Kant (2017)

LINKS (3):

https://www.turia.at/titel/morel.php

= Link zum Buch „Das Gesetz der Mutter – Versuch über das sexuelle Sinthom“

https://lacan-entziffern.de/?s=Morel

= Liste von Links zu einer Reihe von Texten in deutscher Sprache von Geneviève Morel und auch ihrem (am 13. März 2018 verstorbenen) Mann, dem Psychoanalytiker Franz Kaltenbeck (der schon ab 1988/ 1989 mit unserer Lacan-Gruppe eng verbunden war), im Blog „Lacan entziffern“ von Rolf Nemitz

Über eine kurze Rückmeldung/ Anmeldung würden wir uns sehr freuen!

Herzliche Grüße

Arndt Himmelreich, Berlin

(Arndt.Himmelreich@gmx.de; 0173-725 12 41)

Samstag, 21. Mai 2022

„Mütter und Töchter: Mütterliches Über-Ich, Trennung – und wie Sich-Anklammern zum Muttermord führen kann“

Vortrag von & Austausch mit der Psychoanalytikerin Geneviève MOREL aus Paris und Lille & zuvor Gruppen-Supervision mit ihr

Psychotherapeutische Praxis (HPG) Arndt Himmelreich in der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen (Berlin-Mitte)

Unsere „Lacan-Gruppe in Berlin“ (LaGiBhttps://LaGiB.de – seit 1988 – zuvor als „Gruppe Köln-Paris“) lädt wie jedes Jahr (außer 2020) wieder herzlich ein zu einer Gruppen-Supervision & einem Vortrag (in deutscher Übersetzung) von Geneviève Morel:

(1)  Gruppen-Supervision – geleitet von Geneviève Morel: Samstag, 9 bis 12 Uhr

(2)  Büfett-Empfang (Suppe, Salat, Wein…) & Austausch: Samstag, ca. 12 Uhr bis ca. 13.30 Uhr

(3)  Vortrag von Geneviève Morel: Samstag, ca. 13.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr (Vortrag & Diskussion)

„Mütter und Töchter: Mütterliches Über-Ich, Trennung – und wie Sich-Anklammern zum Muttermord führen kann“

(Abstract) Mutter-Tochter-Beziehungen sind oft stürmisch. Zunächst als Tochter, dann eventuell als Mutter, werden viele Frauen diese schwierige Erfahrung gemacht haben. Für Lacan geht dies sogar bis zur Verwüstung/ Verheerung („ravage“ – Jacques Lacan, „L’étourdit“, Autres écrits, Paris, Seuil, 2001, p. 465), da die Tochter von der Mutter das erwartet, was diese ihr „als Frau“ nicht geben kann.

Diese Verstrickung kann zu einem Verbrechen führen, das von einer der beiden oder von beiden begangen wird. Wie wir sehen werden, spielt das Problem der Trennung („séparation“), das bereits im Zusammenhang mit Kindsmorden bzw. Morden am eigenen Kind („infanticides ou filicides“) diskutiert wurde, hier eine Rolle.

(1) Zunächst werden wir einen Film noir untersuchen, der das schädliche Potenzial von Verstrickungen zwischen Mutter und Tochter aufzeigt:

„Voici le temps des assassins“ (Julien Duvivier, 1956 – Dies ist die Zeit der Mörder – deutscher Verleih-Titel: „Der Engel, der ein Teufel war“).

(2) Dann geht es weiter mit einem klinischen Fall, in dem die Unmöglichkeit ihrer Trennung die Tochter in Wahnsinn und Gewalt hat versinken lassen (Nicole).

(3) Schließlich werden wir über ein Beispiel für einen Muttermord nachdenken, bei dem der infantile Zwang zum „Sich-Anklammern“ [„Anklammerungstrieb“] – um einen von Imre Hermann in die Psychoanalyse eingeführten Begriff wieder aufzunehmen – eine besondere Intensität hatte, die zum Verbrechen beitrug.

[Der Film in voller Länge (franz.): https://www.youtube.com/watch?v=VdSD5wWvDXU – Film-Kommentar (dt.): https://der-film-noir.de/v1/node/1255]

[Website von Geneviève Morel: https://www.genevieve-morel-psychanalyste-psychotherapeute-paris-lille.fr/]

ZEIT: Samstag, 21. Mai 2022, ab 9 Uhr bzw. ab ca. 12 Uhr/ 13.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr (und im Anschluss: Kunst & Live-Musik)

ORT: Praxis Arndt Himmelreich (NEUE Adresse zur Zeit von Corona): „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen (Passage links neben der „Neuen Synagoge“, die von der Oranienburger Str. zur Auguststr. führt – am Ende des 1. kleinen Hofes in dem ehemaligen „Fotostudio“ – schräg gegenüber der berühmten „Bonbonmacherei“), Oranienburger Str. 32, 10117 Berlin – Mitte

Unkostenbeitrag:

Für die Gruppen-Supervision am Vormittag: 75 € (inklusive anschließendes Büfett & Vortrag – der Preis am Vormittag hängt noch etwas von der Zahl der Anmeldungen ab – der Beitrag dient dazu, Geneviève Morel die Flug- und Hotel-Kosten erstatten zu können)

Für den Vortrag (inklusive das Büfett) ein Unkostenbeitrag von 15 € (bzw. ein ermäßigter Satz für Studenten etc. / bei Teilnahme ohne Büfett ab ca. 13.30 Uhr)

Anreise:

Haltestelle „Oranienburger Str.“: S1/ S2/ S25/ S26; Tram M1, M5 [„Oranienburger Tor“: U6]

(die Heckmann Höfe sind nicht weit jeweils vom Bode-Museum/ Museumsinsel, Hackeschen Markt, Friedrichstr., Hauptbahnhof entfernt)

Begleit-Programm:

Am Samstagnachmittag und -abend Kunst-Ausstellung von Susanne Rikus (mit Musik-Performance & Beamer-Show zu Sardinien & Hawaii, Neapel & Pompeji, vielleicht auch zu Kreta) – am selben Ort in der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen

https://susannerikus.com & https://susannerikus.de & https://art-gallery-susanne-Rikus.com

Bild hier oben: Susanne Rikus, woman inside out, acrylic on canvas, 2022

Bio- & Bibliographisches zu Geneviève Morel:

Geneviève Morel ist Psychoanalytikerin in Paris und Lille, Studium an der École Normale Supérieure (ENS) in Paris, Aggregation/ Universitätsdozentin in Mathematik, Doktor in Klinischer Psychologie und Psychopathologie, Chefredakteurin der Zeitschrift « Savoirs et clinique » (Savoirs Clinique – érès).

Sie lehrt bei der Assoziation « Savoirs et clinique » in Lille und Paris, deren Präsidentin sie ist – wie auch vom Collège de Psychanalystes d’ALEPH (CP Aleph) – und sie co-moderiert (im Rahmen der Psychiatrie-Ausbildung) ein Seminar an der UHSA (Unité Hospitalière Spécialement Aménagée) von Seclin (CHRU – Centre Hospitalier Régional Universitaire von Lille).

Sie ist Autorin von zahlreichen Artikeln und Büchern zur Psychoanalyse, zur Macht der Bilder, zu Suizid und Kriminalität, darunter sind u.a. diese beiden Bücher:

(1) « Ambiguïtés sexuelles. Sexuation et psychose », Anthropos/ Economica (2000).
(2) « La loi de la mère. Essai sur le sinthome sexuel », Anthropos/ Economica (2008).

Das 2. Buch wurde von Anna-Lisa Dieter ins Deutsche übersetzt:

„Das Gesetz der Mutter – Versuch über das sexuelle Sinthom“, Turia + Kant (2017): https://www.turia.at/titel/morel.php

Liste von Links zu einer Reihe von Texten in deutscher Sprache von Geneviève Morel und auch ihrem (am 13. März 2018 verstorbenen) Mann, dem Psychoanalytiker Franz Kaltenbeck (der schon ab 1988/ 1989 mit unserer Lacan-Gruppe eng verbunden war), im Blog „Lacan entziffern“ von Rolf Nemitz:

https://lacan-entziffern.de/?s=Morel

Über eine kurze Rückmeldung/ Anmeldung würden wir uns sehr freuen!

Herzliche Grüße

Arndt Himmelreich, Berlin

(Arndt.Himmelreich@gmx.de; 0173-725 12 41)

Samstag, 30. Oktober 2021:

„Medea (Euripides, Lacan, Pasolini) & die Klinik des Kindermords“

ORT GEÄNDERT (für den bestmöglichen Schutz in Zeiten von Corona):

Psychotherapeutische Praxis (HPG) Arndt Himmelreich in der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen (Berlin-Mitte)

Samstag, 30. Oktober 2021: „Medea (Euripides, Lacan, Pasolini) & die Klinik des Kindermords“ = Vortrag der Psychoanalytikerin Geneviève Morel (Paris & Lille) – (zuvor Gruppen-Supervision mit ihr)

Unsere „LaGiB – Lacan-Gruppe in Berlin“ (https://LaGiB.de – seit 1988 – zuvor als „Gruppe Köln-Paris“) lädt wieder einmal herzlich ein zu einer Gruppen-Supervision & einem Vortrag (in deutscher Übersetzung) von Geneviève Morel

(1) Gruppen-Supervision – geleitet von Geneviève Morel:

Samstag, 9 bis 12 Uhr (bitte rechtzeitig anmelden!)

(2) Büfett-Empfang (Suppe, Salat, Wein…) & Austausch:

Samstag, ca. 12 Uhr bis ca. 13.30 Uhr (auch in der Galerie)

(3) Vortrag von Geneviève Morel:

Samstag, ca. 13.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr (Vortrag & Diskussion)

„Medea (Euripides, Lacan, Pasolini) und die Klinik des Kindermords“

Einige klinische Fälle von Müttern, die ihre Kinder ermordet haben, im Lichte der Lektüre von „Medea“ (Euripides, Lacan, Pasolini)

LINKS:

(1) Link zu LaGiB bei Facebook:

https://www.facebook.com/groups/172948026048796

(2) Link zu dieser & unseren früheren Veranstaltungen (insbesondere) mit Geneviève Morel und ihrem (am 13. März 2018 verstorbenen) Mann, dem Psychoanalytiker Franz Kaltenbeck (der schon ab 1988/ 1989 mit unserer Lacan-Gruppe eng verbunden war):

https://lagib.de/?page_id=8

(3) Liste von Links zu einer Reihe von ins Deutsche übersetzten Texten von Geneviève Morel im Blog „Lacan entziffern“ von Rolf Nemitz.

https://lacan-entziffern.de/?s=Morel

UNKOSTENBEITRAG:

Für die Gruppen-Supervision am Vormittag: 70 € (inklusive anschließendes Büfett & Vortrag – der Preis am Vormittag hängt noch etwas von der Zahl der Anmeldungen ab – der Beitrag dient dazu, ihr die Flug- und Hotel-Kosten erstatten zu können)

Für den Vortrag (inklusive Büfett) ein Unkostenbeitrag von 15 € (bzw. ein ermäßigter Satz für Studenten etc. / ermäßigter Satz auch bei Teilnahme ohne Büfett ab ca. 13.30 Uhr)

ZEIT:

Samstag, 30. Oktober 2021, ab 9 Uhr bzw. ab 12 Uhr/ 13.30 Uhr bis ca. 16.45 Uhr

ORT (NEUE Adresse zu Zeiten von Corona):

Psychotherapeutische Praxis (HPG) Arndt Himmelreich: in der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen

(Passage links neben der „Neuen Synagoge“, die von der Oranienburger Str. zur Auguststr. führt – am Ende des 1. kleinen Hofes in dem ehemaligen „Fotostudio“ – schräg gegenüber der berühmten „Bonbonmacherei“)

Oranienburger Str. 32, 10117 Berlin-Mitte

ANREISE:

S1 „Oranienburger Str“; Tram M5 (nur ein paar Stationen ab Hauptbahnhof), S2, S25, M1, M6

BEGLEIT-PROGRAMM:

Am Samstagnachmittag/-abend KUNST-Ausstellung

(mit Musik-Performance & Beamer-Show zu Sardinien & Hawaii, Neapel & Pompeji – auf Wunsch auch zu Südafrika) – am selben Ort in der „Art Gallery Susanne Rikus“ in den Heckmann Höfen

https://susannerikus.com & https://susannerikus.de & https://art-gallery-susanne-Rikus.com

BILD IN DER EINLADUNG:

Susanne Rikus, Women in Transition, acrylic on canvas, Sardinia 2017

BIOGRAPHISCHES:

Geneviève Morel ist Psychoanalytikerin in Paris & Lille, Studium an der École Normale Supérieure (ENS) in Paris, Aggregation/ Universitätsdozentin in Mathematik, Doktor in Klinischer Psychologie und Psychopathologie, Chefredakteurin der Zeitschrift « Savoirs et clinique » (Savoirs Clinique — érès).

Sie lehrt bei der Assoziation « Savoirs et clinique » in Lille & Paris, deren Präsidentin sie ist – wie auch vom Collège de Psychanalystes d’ALEPH (CP Aleph) – und sie co-moderiert (im Rahmen der Psychiatrie-Ausbildung) ein Seminar an der UHSA (Unité Hospitalière Spécialement Aménagée) von Seclin (CHRU – Centre Hospitalier Régional Universitaire von Lille).

Sie ist Autorin von zahlreichen Artikeln und Büchern zur Psychoanalyse, zur Macht der Bilder, zu Suizid und Kriminalität, darunter sind u.a. diese beiden Bücher:

(1) « Ambiguïtés sexuelles. Sexuation et psychose », Anthropos/ Economica (2000).

(2) « La loi de la mère. Essai sur le sinthome sexuel », Anthropos/ Economica (2008).

Das 2. Buch wurde von Anna-Lisa Dieter ins Deutsche übersetzt:

„DAS GESETZ DER MUTTER – Versuch über das sexuelle SINTHOM“, Turia + Kant (2017).

Rolf Nemitz ist habilitierter Erziehungswissenschaftler und betreibt seit dem 24. Dezember 2010 den Blog „Lacan entziffern“, die umfangreichste Website zu Lacan in deutscher Sprache:

https://lacan-entziffern.de

Er arbeitete an der Freien Universität Berlin sowie an den Universitäten Luleå (Schweden), Innsbruck, Frankfurt am Main, Dresden, Erfurt und Marburg.

Über eine kurze Rückmeldung/ Anmeldung würden wir uns sehr freuen!

(Mobil: 0173-725 12 41 oder info@lagib.de)

Herzliche Grüße

Arndt Himmelreich, Berlin Arndt.Himmelreich@gmx.de)

Einladung bei Facebook:

„Wenn ich nun jene besondere Art psychischer Erschütterung, die für die Analyse spezifisch ist, fassen will, wenn ich mich bemühe, ihren besonderen Charakter so allgemein und doch so genau als möglich zu bestimmen, so stellt sie sich mir im Wesen der Überraschung dar […] in der Überraschung äußert sich das Sträuben gegen den Anspruch, etwas Altbekanntes, das unbewusst geworden ist, anzuerkennen.“  (Reik, 1935, S. 52f.)  

LaGiB: Vortrag & Austausch mit der Psychoanalytikerin Geneviève Morel aus Paris und Lille & zuvor klinische Gruppe

https://lagib.de/LaGIB_-_Lacan_Gruppe_in_Berlin/Aktuelles/Eintrage/2019/5/18_LaGiB__Vortrage_%26_Austausch_mit_den_Psychoanalytikern_Genevieve_Morel_und_Franz_Kaltenbeck_aus_Paris_und_Lille_%26_zuvor_Supervisions-Gruppe_mit_Franz_Kaltenbeck_2.html

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Sat, 18 May 2019 09:00:30 +0200

EINE PRAXIS DES GESCHWÄTZ 

„Was ich Ihnen zu sagen habe, ich werde es Ihnen sagen, ist, dass die Psychoanalyse seriös genommen werden soll, auch wenn sie keine Wissenschaft sei. Denn das Ärgerliche, das hat ein so genannter Karl Popper in Überfülle gezeigt, ist, dass sie keine Wissenschaft ist, weil sie unwiderlegbar ist. Sie ist eine Praxis, eine Praxis, die dauert solange sie dauern möge, sie ist eine Praxis des Geschwätz. Kein Geschwätz entbehrt Risiken. Schon das Wort Geschwätz impliziert etwas. Was es impliziert ist genügend gesagt durch das Wort Geschwätz, was heißt, es gibt nicht mehr als Phrasen, das heißt, was sich „les propositions“ nennt, impliziert Konsequenzen, die Wörter auch. Das Geschwätz hebt das Wort in den Rang von Sabbern oder Speicheltröpfchen, es reduziert es auf das Glück des Spritzers, der daraus folgt. Gut. “  (Lacan, Seminar XXV – Der Moment des Schließens,
Eine Praxis des Geschwätz, 
15. November 1977 )

 

LaGiB: Vortrag & Austausch mit der Psychoanalytikerin Geneviève Morel aus Paris und Lille &

LaGiB: „Psychoanalytic Controversies“ Vortrag und Austausch mit dem Psychoanalytiker Aner Govrin (Tel Aviv)

https://lagib.de/LaGIB_-_Lacan_Gruppe_in_Berlin/Aktuelles/Eintrage/2018/11/9_LaGiB__Psychoanalytic_Controversies_Vortrag_und_Austausch_mit_dem_Psychoanalytiker_Aner_Govrin_%28Tel_Aviv%29.html

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Fri, 9 Nov 2018 18:00:49 +0100

 

LaGiB: „How we make moral judgments: The Israel-Palestine case“ Vortrag und Austausch mit dem Psychoanalytiker Aner Govrin (Tel Aviv).

https://lagib.de/LaGIB_-_Lacan_Gruppe_in_Berlin/Aktuelles/Eintrage/2017/11/11_LaGiB__How_we_make_moral_judgments__The_Israel-Palestine_case_Vortrag_und_Austausch_mit_dem_Psychoanalytiker_Aner_Govrin.html

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Sat, 11 Nov 2017 14:30:06 +0100

 

 

LaGiB: “New perspectives on psychoanalytic knowledge“ – Vortrag und Austausch mit dem Psychoanalytiker  Aner Govrin

https://lagib.de/LaGIB_-_Lacan_Gruppe_in_Berlin/Aktuelles/Eintrage/2016/9/16_LaGiB__Austausch_und_Diskussion_mit_dem_Kulturwissenschaftler_Aner_Govrin.html

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Fri, 16 Sep 2016 18:00:56 +0200

Samstag, 9. Dezember 2023

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zuvor von 9-12 Uhr Gruppen-Supervision mit Geneviève Morel 

 von 12-13.30 Uhr Büfett & Austausch